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25. Juni 2009

‘Confirmation Bias’? Es geht auch ohne Kampf

Abgelegt unter: News — Tags:, — sinncoach @ 10:24 pm

Wann ist Ihnen das zuletzt untergekommen? Es ist notwendig geworden, einige Formulare zu ändern und mit neuen Feldern zu versehen. Sie erläutern Ihrem Mitarbeiter die Gründe und bitten Ihn, die Änderungen vorzunehmen. Und das erste, das Sie hören, ist: ‘Ja, aber …’ Obwohl es eigentlich eine Kleinigkeit ist, bekommen Sie eine Menge Widerstand zu spüren - und nach längerer, zunehmend gereizter Diskussion bleibt Ihnen nur noch übrig, Ihre Autorität als Chef einzusetzen.
Was ist passiert?

Um solches erkennen und abfangen können, ist es gut, eine kleine Unterscheidung zu treffen. Die traditionelle Kommunikation funktioniert folgendermaßen:

  • Definiere das Problem
  • Analysiere die Umstände und die Lösungsmöglichkeiten
  • Empfehle eine Lösung

Das kennen wir alle. Es ist das erste, was uns in den Sinn kommt, wenn wir auf etwas einwirken wollen. Es entspricht dem, wie unser Verstand funktioniert, und es ist ein vielversprechender Ansatz, wenn die Menschen, denen wir die Botschaft übermitteln, es auch von sich aus hören wollen.

Wenn aber Ihr Ziel ist, dass Ihr Gesprächspartner sein Verhalten ändert, etwas bestimmtes auf eine andere Art als bisher tut, dann merken Sie sofort: diese ‘alte’ Kommunikation nützt hier nichts - ja, sie macht die Situation manchmal nur noch schlimmer.

Menschen, die nicht mit Ihnen einverstanden sind oder bereits andere, eigene Ideen haben, werden auf Ihre Gründe nicht eingehen. Sie werden auf ihren alten Gewohnheiten und Verhaltensweisen bestehen. Es ist ein ganz ‘normales’, ein menschliches Phänomen. Im Englischen nennt man das ‘Confirmation Bias’: wir tendieren dazu, Dinge, die mit unseren Ansichten übereinstimmen oder unsere bereits bestehenden Meinungen bestärken, für bedeutungsvoller zu halten, als jene, die dem widersprechen. Das zu wissen und auch richtig darauf zu reagieren ist die Aufgabe jeder Führungskraft.

Dieses abwehrende Verhalten wird gefördert durch stark hierarchische Strukturen im Unternehmen. Und sie ist am stärksten, wenn Sie als Chef sehr selbstbewusst auftreten. Aber darum geht es natürlich nicht wirklich. Solchem Widerstand erfolgreich entgegentreten können Sie, wenn Sie in diese Kontroverse nicht zu viel Information auf einmal hineingeben und der Verständigung genügend Zeit geben. Und wenn Sie so weit gekommen sind, auf kritische Einwände auch wirklich zu hören und wenn Sie nicht von vornherein als der Alleinentscheider auftreten; wenn Sie die Dinge so transparent herüberbringen können, dass sich so etwas wie eine gemeinsame Entscheidungsfindung einstellen kann, dann löst sich der Widerstand schnell in einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung auf.

Irgendwie ist es ja auch klar: es geht nicht um Fakten, sondern es geht um Persönlichkeit.

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